Musikverein Schömberg e.V.MVS || Zugabe | Sa, 25.11.2017, 12.19 Uhr


Die Locke.

Folgender Bericht erschien am 8. Juli 2005 in unseren Gemeindeblättern (Betonung auf "ättern"):

Wie Sie sich bestimmt noch erinnern können, haben Sie in der vorherigen Ausgabe an dieser Stelle einen Bericht über unseren Auftritt in Enzklösterle gelesen. Dieser Auftritt fand genau zwischen unseren beiden Teilnahmen an den Jubiläumsumzügen in Bieselsberg und vorherige Woche in Langenbrand statt. Alle drei hatten einen gemeinsamen Nenner: die „Locke“. Und genau dieser Begriff tauchte in unserem Bericht auf. Doch nicht jede Leserin und nicht jeder Leser hat sicherlich irgendetwas damit anfangen können. Deshalb nun die Auflösung.

Eine Locke – und möglicherweise gleich mehrere davon – bildet sich immer dann, wenn die Luftfeuchtigkeit besonders hoch und die Haare besonders lang sind (ausnahmsweise ist letzteres jedoch momentan nicht der Fall: 14 Euro + 2 Euro Trinkgeld = beidesmal zu viel?). Oder wenn er, der kleine Trommler, sich seine Haarpracht nicht ganz trocken föhnen konnte und so seine trendige Retro-Frisur während des Trocknungsprozesses unter der Sonne Schömbergs kringelig lachen kann.

Doch egal ob mit oder ohne Locke – und nun kommt die eigentliche Erklärung: eine Locke bezeichnet in der Marschmusik den Übergang vom so genannten „Feldschritt“ zum Marschieren mit Musik. Feldschritt bedeutet also das Marschieren im Gleichschritt ohne Musikbegleitung, dafür aber mit Unterstützung durch die in unserem Fall dreiköpfige Rhythmusgruppe: Becken, Kleine und Große Trommel.

Acht Takte, bevor die Kapelle mit dem Marsch beginnen darf, darf sich der Kleine Trommler etwas einfallen lassen, damit der Große Trommler rechts und der Große Beckenspieler links im vorletzten Takt ihren Einsatz nicht verpassen. Erst danach wissen die restlichen Musiker, dass sie nun dran sind und beispielsweise den „Bozner Bergsteigermarschneues Fenster“ vortragen dürfen.