Musikverein Schömberg e.V.MVS || Termine | Di, 21.11.2017, 08.54 Uhr


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„Wenn die Musikvereine aus Dürrn und Schömberg auf Reisen gehen, dann können 48 Musiker und ihr gemeinsamer Dirigent Werner Gerhäuser was erreichen — nämlich bei einem internationalen Musikfestival in Prag vom 3. bis 6. Januar 2003...“

Ein Band spricht Bände

Ein Reiseerlebnissebericht in seiner ausführlichsten Form, wie er in keiner Zeitung zu lesen ist...

Internationales Blasmusikfestival Prag -- in Silber!
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Es war einmal ein Freitag der 3. Januar 2003, der war noch mehr Nacht als Tag, als sich ganz Schömberg und Umgebung im tiefsten Winterschlaf befand. Ganz Schömberg? Nein! Ein kleiner Haufen unbeugsamer Musiker leistete ihren noch unbeugsameren Weckern erfolglosen Widerstand. Und stand einfach auf. Wenn’s dabei doch mal wieder etwas länger gedauert haben sollte, dann musste halt das Frühstücks-Snickers erst nach einem Bu-Snicker-Chen eingeschoben werden. Oder man – genauer: Frau – ging direkt zu frischen Frühstücks-Frikadellen über.

Doch der Uhrzeit nach.

Schlag 6 am Freitagfrüh war angedachter Abfahrtszeitpunkt gen Osten. Genauer: zum Mezinárodní Festival Dechových Hudeb Praha. Deutscher: zum Internationalen Blasmusikfestival Prag. Denn alle Jahre wieder veranstaltet die Gesellschaft für Blasmusik in der Tschechischen Republik zusammen mit der Stadt Prag ein Stelldichein nahe Oberkrain mit Blasorchestern aus ganz Europa.

Was lag also näher als ein paar 100 Kilometer, um mit einer blas- & schlagkräftigen Truppe ebenfalls dort mitzublasen & mitzuschlagen? Unser Dirigent kam zu der Antwort: Dürrn. Denn auch Dürrn bei Pforzheim hat einen Musikverein. Und einen Dirigenten. Nämlich den selben.

Und somit war klar: per Doppelpack im Doppeldecker ging’s von Schömberg über Dürrn direkt nach Prag. Da wir uns jedoch großes vorgenommen hatten und manch ein Armbruch doch ein Beinbruch war, also manch ein Musiker ersetzt werden musste, ging’s ohne Aushilfen einfach nicht. Wir bedanken uns deshalb bei den teils kurzfristig eingesprungenen Aushilfen aus Eisingen, Wössingen und Hohenwart für ihre Beihilfe!

Und so kam es also, dass sich mehr als 60 Personen, darunter 48 Musiker + Anhang + Fabian + Marlene aus fast halb Deutschland gesucht und nicht erst in Prag gefunden haben: denn ein solches gemeinsames Wertungsspiel bei einem solch anspruchsvollen Blasmusikfestival will ja schließlich auch geprobt sein. Deshalb probten in den Wochen vor Prag einmal die Dürrner zusammen mit uns Schömbergern. Und einmal die Schömberger zusammen mit den Dürrnern. Denn nur zusammen geprobt sind wir stark! Und zusammen tarnten wir uns als Badisch-schwäbische Spielgemeinschaft Musikvereine Schömberg – Dürrn.

Doch genug der Vorworte, hinein nach Prag, der ehemals goldenen Stadt an der Moldau. Ehemals deswegen, weil nicht mehr alles Gold ist, was einst glänzte: nämlich die vielen Kuppeln und Kirchturmspitzen. Aber immerhin gibt es diese noch. Eine der Kirchturmglocken hätte gar 16 Uhr geschlagen, wäre unser *** Hotel Opatovneues Fenster nicht nur von Plattenbauten umgeben gewesen. Wir waren also am ersten Ziel unserer Reise angelangt.

Das zweite Ziel waren die uns zugeteilten „Zwei- und Drei-Bett-Appartements mit eigenen sanitären Einrichtungen und mit der Möglichkeit einer Aufbettung“, irgendwo zwischen dem untersten und dem 19. Stock des 190 Appartements großen und hohen Hotels. Neben dem vierten Bett in diesen 2-Zimmer+Dusche+WC+Kühlschrank umfassenden Appartements war natürlich auch der RTL- und SAT1-gespeiste Fernseher eines von den 3 *chen wert: schließlich möchte man ja wissen, ob in der Heimat das selbe eher frühlingshafte Winterwetter vorherrschte wie unmittelbar außerhalb des Opatovs. Bis zu unserer Abfahrt am Montag wurde es allerdings kontinuierlich kälter, ohne dass es jedoch großartig schneien sollte. Trotzdem gehörten spätestens ab Samstag Schal & Handschuhe zur Pflichtausstattung eines jeden Pragreisenden. Warm dem, der darüber hinaus, nämlich auf dem Kopf, auch noch eine geerbte echte Fellmütze herumtragen konnte. Oder eine gekaufte falsche. Demnächst sollen übrigens auch Vollzugsbedienstete mit solch putzigen Vollfellmützen ausgerüstet werden…

Und dann ging's auch schon in den Speisesaal. Abendessen vor der ersten Abendveranstaltung war angesagt: Gulasch, Pommes, Nudeln und ein unangemachter Salat. Und zum Nachspülen gab’s Wasser in allen drei erdenklichen Variationen: ganz ohne Geschmack, also pur, mit Apfelgeschmack und schließlich noch mit Orangenaromapulver gerührt, nicht geschüttelt. Oder man holte sich gleich selbst 'ne Cola. Denn die war billiger, als wenn man sie sich von einem Kellner an den Tisch bringen ließ: der Verkaufspreis verstand sich zuzüglich des Trinkgelds.

Nach dem Speiseplan hatte daraufhin wieder der Reiseplan das Wort und wir fuhren zum ersten musikalischen Höhepunkt unserer Prag-Reise: Im Nationalhaus Smichov, einer Konzerthalle inmitten der Stadt, spielte uns (= den teilnehmenden Blasorchestern) zu Ehren das Hudba Hradní stráže a Policie CR. Wie man der deutschen Übersetzung entnehmen kann, also nichts Geringeres als das Burgwache- und Polizeiorchester der Tschechischen Republik, „ein Spitzenblasorchester, das […] die tschechische Musikkultur […] mit hoher Professionalität repräsentiert“. Und so präsentierte es sich auch. Erstaunt waren wir Hobbymusiker, dass diese Profimusiker, die ansonsten in ihrem Tagesgeschäft Staatsoberhäupter musikalisch begrüßen, ihren Flüssigkeitsverlust vor- und nachbeugend mit einem garantiert nicht alkoholfreien Getränk kompensierten (würden wir uns nie erlauben). Aber nicht umsonst gehört Plzen, so die Original-Schreibweise, ja auch zu Tschechien…

Nach dem zweistündigen, aber kurzweiligen Konzert, hieß es vorerst Abschied nehmen von der Konzerthalle, ehe wir sie hoffentlich am nächsten Tag zu unserer Ruhmeshalle werden lassen würden. Die einen wenigen unter uns führte der Abschied direkt ins Prager Nachtleben hinaus. Die Mehrzahl hingegen per Bus hinein ins Hotel. Und wiederum ein Teil davon direkt zur Lobby Barneues Fenster, um ein oder vielleicht auch maximal zwei original tschechische Pils’ zu kosten. Und der anständige Rest wärmte schon einmal die Bettchen vor.


Internationales Blasmusikfestival Prag -- in Silber!Kaum war der Freitag auch schon zu Ende, begann sogleich der Samstag, nämlich ab 7 Uhr: Breakfast at Opatov. Es ging hierbei um die Wurst. Um die warme Wurst. Und um Rühreier ohne Speck. Und um die sonstigen Dinge, die man zum Frühstück so braucht. Zum Beispiel Seelen. Aber keine Weckchen. Dann doch lieber Müsli mit Milch und Joghurt.

Doch nur ein paar Kaubewegungen später, also um 8 Uhr, durften wir uns alle im 19. Stock zur Generalprobe versammeln. Zwei Stunden hatten wir Zeit, uns für das mittägliche Wertungsspiel fit zu spielen, ehe eine andere Kapelle dran & rein durfte. Wir waren nämlich im Hotel nicht die einzige Blas- und Schlagkapelle, für die Prag zu einem Highlight in der Vereinsgeschichte werden sollte. Das Jugendblasorchester Marktoberdorf aus dem benachbarten Bayern und einer der drei teilnehmenden holländischen Vereine waren ebenfalls unter uns.

Und so langsam, aber ziemlich sicher, krabbelte das große Kribbeln in uns hoch. Und draußen, noch während unserer Probe, kam der erste und einzige Hauch eines Prager Winters herunter. Und wieder drinnen, im Nationalhaus Smichov, waren wir ab halb 11 – fertig unifor- und vielleicht auch parfümiert; bereit, aber nicht breit, unser Bestes zu geben. Doch bis dann erst um dreiviertel 3 unser großer Auftritt sein sollte, hieß es einspielen, Instrumente stimmen, warten, den anderen Kapellen ein bisschen zuhören. Kurzum: das große Kribbeln nicht zu einem noch größeren Krabbeln werden zu lassen.

Und dann war es schließlich soweit, der Spaß konnte beginnen. Beäugt & belauscht von allerdings nicht allzu vielen zuhörenden Zuschauern, aber vor allem bewertet durch sechs Wertungsrichter, durften wir zeigen, was wir in uns gesteckt haben. 25 Minuten hatten wir Zeit, um die Ernte monatelanger Probenarbeit einzufahren. Oder um sie zu vernichten. Doch um es vorweg zu schreiben: Zu letzterem kam es nicht. Denn sonst gäbe es auch nicht diesen Bericht…

Nachdem wir uns mit einem Einspielstück eingespielt hatten, folgte das tschechische Pflichtstück Rodny Kraj („Heimatland“) und danach unser Selbstwahlstück Schloß Tirol. Etwas problematisch für uns war dabei die etwas ungewohnte Akustik: teils mussten wir schon ziemlich genau hinhören, um nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Sitznachbarn herauszuhören. Doch wir hielten zusammen und durch.

Nachdem schließlich auch der letzte Fotograf sein Blitzlichtpulver verschossen hatte, konnte unsere Pragtour so richtig beginnen. Doch zuerst ging’s wieder zurück ins Hotel, um sich den Kribbelkrabbelschweiß von Leib & Seele zu waschen. Und um das Mittagessen in Form des Abendessens nachzuholen.

Doch kaum gegessen, schon wieder im Bus gesessen. Der dritte offizielle Programmpunkt im Rahmen der musikalischen Gehörbildung wollte abgearbeitet werden. Zum letzten Mal sollten wir das Nationalhaus Smichov von innen sehen: eine holländische Brassband (nur Blech, kein Holz) und der Vorjahresgesamtsieger des Wettbewerbs, ein tschechischer Verein, ließen ihr Können erklingen. Während jedoch die holländischen Bläser mitsamt ihren drei Schlagwerkperfektionisten auf höchstem Niveau ebenso höchst anstrengende konzertante Blechblasmusik vortrugen, brachte die tschechische Kapelle etwas mehr Schwung in die Bude. Doch für manch einen oder gar mehrere Musiker, insbesondere aus den eigenen Reihen in der obersten Reihe, nämlich auf der Empore, kamen die Tschechen zu spät: Sie hatten schon vor deren Auftritt den Saal in Richtung Prager Umwelt (oder Unterwelt?) verlassen.

Doch auch der zweite und letzte Teil des Konzerts fand irgendwann sein genüssliches Ende. Und der Anfang des Prager Nachtlebens konnte beginnen. Während es die einen – oder auch nur der eine allein – vorzogen, in gewissen Etablissements alle Hüllen anderer fallen zu lassen, die anderen den direkten Weg per Bus ins Hotel nahmen, zog es die jetzt noch übrigen in eine der wenigen unterirdischen Bierhallen, die nicht bereits geschlossen hatten. Doch schon kurz nach 23 kam eine Tschechin und leerte ungefragt den letzten noch in der Flasche verbliebenen Schluck Tafelwasser ins Glas – wohl ein deutliches Zeichen für eine baldige Schließung der Lokalität. Dies war weniger schade für den Tafelwassergenießer, als viel mehr für die Bierliebhaber. Liegen doch die tschechischen Bierpreise weit unter denen der deutschen. Und die Folge davon? In Tschechien wird mehr Bier getrunken als in Deutschland. Aber wir müssen ja nicht überall an der Spitze liegen.

Und somit war dieser Samstag auch gelaufen. Das heißt, noch nicht ganz: Wären die Bierhallenmusiker ein kleines bisschen schneller gelaufen, hätten sie die letzte Metrobahn um 0 Uhr 15 noch erreichen können. Aber so war Taxi-fahren auf tschechisch angesagt: Hat man einen Taxifahrer zum Anhalten gebracht, fängt man am besten bei 200 Kronen an, lässt den Taxifahrer auslachen, erhöht auf 300 Kronen geteilt durch 30 = 10 Euro – und bleibt stur, falls der Taxifahrer immer noch lachen sollte. Und dann lässt man sich mit mehr als 40 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu Oma und Opatov heimrasen. Der Samstag hatte ein rasant rasendes Ende gefunden.


Nach dem Sonntagsfrühstück, der wiederum nur spärlich bekümmelte Seelen beinhaltete (sofern man sich nicht gerade einer mehr oder eher weniger freiwilligen Müsli-Diät verordnet hatte), wuchs die Freude auf eine Prager Stadtrundfahrt. So stand es zumindest im offiziellen Reiseprogramm. Leider wurde jedoch von der Klausel „Änderungen sind jederzeit möglich“ Gebrauch gemacht. Anstatt „Fahrt“ hätte es nämlich „Gang“ heißen müssen. Und spätestens ab hier kamen die schon erwähnten Handschuhe und der Schal ins Spiel. Es sei denn, man war ein echtes Dürrner Original und konnte sich so mit offener Jacke in der freien Natur aufhalten. Schömberg zumindest hat andere Originale in seinen Reihen.

Um kurz nach 10 Uhr wurden wir also mitsamt unserer Reiseleiterin an die erkältete Prager Luft gesetzt, direkt vor dem Hatschi!, Entschuldigung!, Hradschin, der Prager Burg, in der der tschechische Präsident residiert. Und unmittelbar vor dem Wachwechsel. Allerdings hätte man zumindest einem der eingewechselten wachhabenden Soldaten mindestens die gelbe Karte zeigen müssen. Denn dieser verstand wohl den Ernst dieser Zeremonie nicht und konnte ein gelächeltes Lachen während dieser Zeremonie nicht unterdrücken. Aber vielleicht hätte man ihn auf den Umstand hinweisen müssen, dass er seinen Stehplatz noch eine ganz kalte Stunde vor dem Wachhäuschen beibehalten musste.

Ab der Burg mit ihrem alles überragenden St. Veits - Dom, ging es dann nur noch abwärts, abwärts Richtung Prager City. Dorthin, wo der Tod lauerte in Form eines ziemlich abgemagerten Skeletts, welches zu jeder vollen Stunde ein Glockenspiel aufführt und die 12 Apostel tanzen lässt (wir haben es überlebt!). Und dorthin, wo noch Reste eines Weihnachtsmarkts auf die letzten Kronen der letzten Weihnachtsmarktbesucher warteten. Und dorthin, wo auf der berühmten Karlsbrücke noch unberühmte Taschendiebe sich an uns(eren Taschen) die Zähne ausbissen. Und dorthin, wo noch vor einem gut(?)en halben Jahr das Wasser nicht mehr nur bis zum Hals, sondern weit über dem Kopf stand. Und letztendlich dorthin, wo man für umgerechnet 11 Euro eine Suppe + Hauptspeise + Nachtisch inklusive Getränk genießen konnte – dann doch lieber Metro fahren zu „weniger Euro-päischen Preisen“, nämlich für knapp 40 Cent bis kurz unters Hotel, nachdem wir noch die teilweise geöffneten Geschäfte der Innenstadt inspizieren konnten.

Im Hotel dann das allabendliche Spielchen: zu Abend essen und sich schick machen für das abendliche Ausflugsprogramm. Die Ameisen krabbelten wieder empor und die Flugzeuge im Bauch machten sich nach ihrer Warteschleife startklar. Der letzte Höhepunkt stand uns bevor: die Bekanntgabe des Wertungsspiels. Da dieser mit einem Massenchor verbunden war (alle Musiker aller Vereine spielten alle gleichzeitig das selbe Stück – manche mehr, manche weniger), warfen wir uns noch einmal in Uniform und fuhren hinaus zur Entscheidung, diesmal zu einer großen Messehalle – schließlich wollten alle knapp 15 teilnehmenden Vereine ein Dach über den Köpfen ihrer Musiker haben.

Der Verlauf dieser riesengroßen Party ist schnell geschrieben. Zur Unterhaltung spielte vor und nach der Bekanntgabe der Wertungsspielergebnisse eine Dixie-Band auf – wohl dem, der seine Ohren wirksam gegen die ohrenbetäubend laute Musik schützen konnte. Und nach der Bekanntgabe fand der schon erwähnte Massenchor statt – wohl dem, der sein Instrument + Noten(ständer) schnell genug zusammen- und aufgebaut hatte; ansonsten setzte er eben ein paar Takte später ein zu Muziky, Muziky.

Ein paar Minuten nach 22 Uhr schien die Massenparty endgültig vorbei, die Instrumentenkoffer wurden gepackt, das letzte gemeinsame Gruppenbild geschossen und zurück ins Hotel gekehrt – dort fand der „Feier-Abend“ seine ungehemmte Fortsetzung. Denn wenn zwei deutsche und ein holländischer Musikverein im Opatov aufeinander treffen, dann kann nicht nur Oma was erleben: Das Foyer des Hotels wurde kurzerhand zur offiziellen Vergnügungsstätte auserkoren. Für Trank sorgte die „Lobby-Bar“, für Musik manch ein Musiker selbst und für die gute Laune alle zusammen.

Doch irgendwann war auch die letzte Flasche leer, das letzte Glas getrunken, die letzten Worte gewechselt und die letzte Strophe gesungen – nur wann, das weiß wohl niemand mehr so genau…


Kurz darauf, am Montag, blieb uns dann nichts mehr anderes übrig, als unsere Rückreise gen Baden- und Schwabenländle anzutreten. Nach dem ausnahmsweise etwas späteren Frühstück, um kurz vor 10 Uhr, blickten wir ein letztes an unserem Hotelhochhaus hoch bis zum 19. Stock, atmeten noch einmal tief Prager Luft, Luft, Luft ein und machten uns endgültig aus dem dünnen Schneestaub. Trotz des plötzlichen Wintereinbruchs in Good Cold Germany kamen wir ziemlich cool durch den Winter – abgesehen von einer kleinen Schrecksekunde, als unser Luxusliner auf der Wendeplatte bei der Schömberger Schule durchdrehte und nur mit Mühe wieder festen Boden unter seine Ränder bekam. Und abgesehen von einem deutlich spürbaren kalten Luftzug im unteren Deck des Doppeldeckers. Aber dafür konnte der Keilriemen im Gegensatz zur Hinfahrt keine schlechte Luft mehr verbreiten. Unser Buschauffeur hatte ihn nämlich in Prag kurzerhand eigenhändig ausgewechselt.

Kurzum: kurz vor 20 Uhr konnte uns Schömberg und manch ein -er oder gar eine -erin wieder in die Arme nehmen. Und kurz darauf hatte auch Dürrn seine Dürrner, Eisingen seine Eisinger und Hohenwart seinen Hohenwarter wieder.

Jetzt fehlt wohl nur noch eines – unser Ergebnis, oder?


Wir danken unserem Dirigenten, Werner Gerhäuser, nicht nur für dieses einmalige Erlebnis, sondern auch für das ebenso einmalige Ergebnis. Denn für uns wurde eine Auszeichnung wahr, mit der wir nicht gerechnet hatten und die uns deshalb äußerst zufrieden stimmt. Es war zwar kein Goldenes Band, welches nur geglänzt, aber auch kein Bronzenes Band, welches nur geschimmert hätte. Wir gewannen nämlich in der Kategorie Oberstufe das Silberne Band – und dieses stellte für uns alles andere in seinen Schatten!